Musik & Gitarre kreativ

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Inversion


AKADEMIE - GITARRE

Anschlag


Wie so sauer wird Musik, so süß sonst, wenn die Zeit verletzt und das Verhältnis nicht geachtet wird!

William Shakespeare (1564 - 1616)

Die Inversion

Weltweit ist beim Gitarristen die Gewohnheit verbreitet, beim geschlossenen Anschlag oder beim Arpeggio die Saiten derart anzuschlagen, dass der Zeigefinger auf der tiefsten, der Mittelfinger auf der höheren und der Ringfinger auf der höchsten Saite anschlägt.


Autoren gängiger und anerkannter Lehrwerke beschreiben dies deutlich, wie z.B. W. Lendle in „Orientierungsmodelle für den Instrumentalunterricht, Unterstufe, S. 12:

„...und überträgt diese natürliche Handstellung dergestalt auf die Saiten, das Zeige-, Mittel- und Ringfinger auf den Saiten (3) (2) (1) zu stehen kommen...“


Hermann Leeb, G&L 3/80, S. 36 schreibt dazu: „Wenn man die Saiten g h hintereinander anschlägt, tut man das dem Bau der Hand entsprechend mit dem Zeige- und Mittel- oder Mittel- und Ringfinger. Das Umgekehrte - eben die Inversion - ist unbequem.

Die heute übliche  - oben genannte - Anschlagtechnik ist aber nicht nur nicht natürlich, sie entspricht auch nicht unbedingt - wie behauptet - dem Bau der Hand:




Die Fingerposition beim Schreiben…..

Die Fingerposition beim Arpeggio…..

vergleichen…

Margit Varro, „Der lebendige Klavierunterricht“, S. 107 schrieb schon 1921: „Im Vergleich zu diesen gewohnheitsmäßigen Bewegungen sind auch die ‚natürlichsten’ Spielbewegungen künstlich.“


Bernhard Böttner, 3. Kongreß EGTA 1991 ,Dokumentation S. 27, schreibt:

Das Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen den Bewegungen des täglichen Lebens und den instrumentalspezifischen ist, dass die ersteren stets ganzheitlich-komplex erfolgen, während die Instrumentaltechnik überwiegend - die klassische sogar ausschliesslich! - mit isolierten und zusammengesetzten Hebeln arbeitet.




Dass Gitarristen damit hervorragend spielen können, ist unbestritten. Aber mit „Natürlichkeit“ und „dem Bau der Hand entsprechend“ sollte man diese Gewohnheit nicht begründen!

Wie die heutige Gewohnheit der Gitarristen entstanden ist, kann man hier nachlesen:                    

„Beitrag zum Wechselschlag des Gitarristen - Teil 3“  

                          



Ähnliche Übungen zur Inversion sind zu finden in: „F. Tarrega, Sämtliche technische Studien“, UE 14431, S. 44 und 45

Anschlag praktische Übungen