Musik & Gitarre kreativ

 © by Detlef Hasselmeyer                                                           Impressum  |  Links  |  AGB & Nutzungsbedingungen             

Dedillo


AKADEMIE - GITARRE

Anschlag


Wie so sauer wird Musik, so süß sonst, wenn die Zeit verletzt und das Verhältnis nicht geachtet wird!

William Shakespeare (1564 - 1616)

Zur Gestaltung des Tones äussert sich Piccinini im gleichen Werk so:

Ich sage dann, unter den wichtigsten Voraussetzungen, die man ein einen guten Spieler sucht, ist die eine und sehr wichtige, rein und sauber zu spielen, so, daß jeder kleinste Saitenanschlag rein wie eine Perle sei. Vor demjenigen, der nicht so spielt, soll man wenig Achtung haben.

A. Piccinini: INTAVOLATURA DI LIUTO ET DI CHITARRONE, Bologna 1623, G&L 1/81, S. 23




Zur Geschichte des Nagelspiels bei „TaBazar“

Alzapúa = Dedillo des Daumens

Schon in Sylvestro Ganassi „REGOLA RUBERTINA“, Venedig 1542/43, Hrg. von H. Peter, S. 72/73 ist eine der ältesten Beschreibungen für den Daumenanschlag in beide Richtungen auf der Laute zu finden.


Recht anschauliche Beschreibungen und Übungen findet man dazu auch in

G. Graf-Martinez „Flamenco-Gitarrenschule Band 2“, S. 57 bis 61 (Schott ED 8254). Es ist, ganz nebenbei gesagt, frappierend, wie gut der Daumenanschlag in beide Richtungen nach einiger Übung klingen kann.


Das Dedillo gehört zu den gängigsten Spieltechniken der Vihuelisten des 16. Jahrhunderts in Spanien.

Es wurde aber auch von anderen Instrumentalisten gepflegt:

Der „Gruppo“ [Triller, Doppelschlag], den man in Kadenzen macht, ist sehr schwer, mit Berücksichtigung, daß man ganz gleichmäßig schlägt und schnell und er am Ende mit größerer Geschwindigkeit geschlossen werden muß. Und ich habe gefunden, daß, wenn man es mit dem Zeigefinger macht, indem man ihn hin und her mit der Spitze des Nagels schlägt, ergibt es sich als wundervoll wegen seiner Reinheit und Geschwindigkeit.“

A. Piccinini: INTAVOLATURA DI LIUTO ET DI CHITARRONE, Bologna 1623, G&L 1/81, S. 25


Ein guter Ton muss in beide Richtungen durch Übung erworben werden. Anfänger haben es leichter, denn bei Ihnen klingt der Ton in keine Richtung gut, für sie gibt es von  Beginn an keine Unterschiede. Ein Gitarrist hingegen, welcher gut spielen kann und nun das „dedillo“ neu erlernt, empfindet den Unterschied zwischen beiden Anschlagrichtungen krass, weil er eben die eine schon beherrscht!



Anschlag Dedillo mit mehreren Fingern